KI verstehen und klug nutzen

Chatbots, Übersetzer, Sprachassistenten: Künstliche Intelligenz (KI) begegnet dir jeden Tag. Aber wie funktioniert sie eigentlich? Wann irrt sie sich? Und wie nutzt du sie so, dass du wirklich etwas lernst?

So arbeitest du: Lies die Texte, probiere die Experimente aus und löse die Aufgaben. Es wird nichts gespeichert. Alle Beispielantworten von Chatbots auf dieser Seite sind für die Übung erfunden.

Wichtig: Nur zugelassene KI!

In der Schule und für Schulaufgaben nutzt du nur KI-Angebote, die unsere Schule zugelassen hat. Das gilt für den Unterricht, für Hausaufgaben, Referate und Projekte.

Warum ist das so? Zugelassene Angebote wurden geprüft. Sie gehen sorgfältig mit deinen Daten um, passen zu deinem Alter und sind mit deinen Lehrkräften abgesprochen. Viele andere KI-Angebote sind erst ab einem bestimmten Alter erlaubt (oft ab 13 oder sogar ab 18 Jahren).

Welche KI erlaubt ist, sagt dir deine Lehrkraft. Bist du unsicher? Erst fragen, dann nutzen!

Was ist KI?

KI ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz. Gemeint sind Computerprogramme, die Aufgaben lösen, bei denen wir Menschen normalerweise nachdenken müssen: Sprache verstehen, Bilder erkennen, Texte schreiben oder etwas vorhersagen.

Ein normales Programm

Ein Mensch schreibt jede Regel auf. Das Programm macht genau das, immer gleich. Ein Taschenrechner rechnet 2 + 2 immer nach derselben Regel. Vergleich: ein Rezept, Schritt für Schritt.

Ein KI-Programm

Das Programm bekommt sehr viele Beispiele und findet selbst Muster darin. Ein Spam-Filter hat viele Spam-Mails gesehen und erkennt neue. Vergleich: jemand, der tausend Kuchen probiert hat und weiß, wie ein guter Kuchen schmeckt.

Merke: KI ist kein Gehirn und kein Mensch. Sie hat keine Gefühle und keine eigene Meinung. Sie versteht Dinge nicht so wie du, sondern sie rechnet mit Mustern.

KI im Alltag

Sprachassistent

Erkennt gesprochene Wörter und antwortet.

Übersetzer

Übersetzt Sätze von einer Sprache in eine andere.

Empfehlungen

Schlägt dir Videos oder Musik vor, die dir gefallen könnten.

Gesicht entsperrt Handy

Erkennt dein Gesicht in einem Foto.

Navigation

Sagt Staus voraus und sucht einen schnelleren Weg.

Chatbots

Schreiben Texte, beantworten Fragen und erklären Dinge.

Aufgabe: Ist das KI?

Entscheide, ob hinter dem Beispiel eine KI steckt oder ein festes Programm.

Wie lernt eine KI?

Eine KI wird trainiert. Dabei bekommt sie viele Beispiele, die Daten, und dazu die richtige Antwort. Zum Beispiel: tausend Fotos, bei jedem steht „Katze“ oder „Hund“. Die KI sucht Muster und wird immer besser. Danach kann sie neue Fotos einordnen.

Wichtig: Sie lernt nur das, was in den Beispielen steckt. Gute Beispiele ergeben eine gute KI. Wenige oder einseitige Beispiele ergeben Fehler.

Trainiere deine KI: Hund oder Katze?

Auf der Karte siehst du Tiere nach zwei Merkmalen: Wie groß ist das Tier (nach rechts größer) und wie lang ist die Schnauze (nach oben länger)? Zeige der KI Beispiele. Sie schaut bei einem neuen Tier auf die drei ähnlichsten Beispiele und entscheidet. Die Farbe im Hintergrund zeigt, was sie bei jedem Punkt der Karte vermuten würde.

Klicke auf die Karte und füge hinzu:
Oder lade eine Sammlung:
Teste die KI mit einem neuen Tier:

Lade eine Sammlung oder füge selbst Beispiele hinzu. Wähle dann ein Testtier.

Was fällt dir auf? Aufgaben und Lösung

1. Lade „Viele gute Beispiele“ und teste den Chihuahua. Was sagt die KI?

2. Lade „Nur große Hunde“ und teste den Chihuahua noch einmal. Was ist jetzt anders? Warum?

3. Lade „Nur 4 Beispiele“. Wie sicher kann die KI mit so wenigen Beispielen sein?

Lösung: Mit vielen guten Beispielen erkennt die KI den kleinen Hund. Kennt sie nur große Hunde, hält sie ihn für eine Katze, denn kleine Hunde kommen in ihren Beispielen nicht vor. Mit nur vier Beispielen rät sie meistens. Merke: Die KI weiß nicht, was ein Hund ist. Sie vergleicht nur mit den Beispielen, die sie kennt. Fehlen Beispiele, macht sie Fehler. Fehlen bestimmte Gruppen in den Daten, werden sie schlechter behandelt. Das nennt man Bias (Verzerrung oder Vorurteil).

Wie schreibt ein Chatbot?

Ein Chatbot ist ein Programm, das mit dir schreibt. Er hat aus riesigen Textmengen gelernt, welche Wörter oft aufeinander folgen. Wenn er antwortet, rechnet er Wort für Wort aus, welches Wort wahrscheinlich als Nächstes kommt. Das ist ähnlich wie die Wortvorschläge auf dem Handy, nur viel größer und schlauer.

Der Chatbot weiß dabei nicht, ob ein Satz stimmt. Er erzeugt Sätze, die wahrscheinlich klingen.

Du bist die KI: Wort für Wort

Wähle einen Satzanfang. Bei jedem Schritt siehst du, wie wahrscheinlich die nächsten Wörter sind (das ist eine stark vereinfachte Spielzeug-KI). Klicke auf ein Wort oder lass die KI würfeln.

Wahrscheinlich ist nicht dasselbe wie wahr

Stell dir eine Spielzeug-KI vor. In ihren Trainingstexten kommt „Zürich“ sehr oft zusammen mit „Schweiz“ vor. Die Zahlen sind erfunden und dienen nur zur Erklärung.

Die Hauptstadt der Schweiz ist …

Warum musst du kritisch bleiben?

Chatbots schreiben schnell und sicher. Das macht sie so überzeugend. Aber es gibt gute Gründe, ihre Antworten immer zu prüfen. Klicke auf die Gründe.

Aufgabe: Stimmt das?

Diese Antworten hat sich niemand bei einem echten Chatbot geholt. Sie sind für die Übung erfunden, aber typisch. Prüfe jede Aussage: Stimmt sie, stimmt sie nicht oder musst du sie prüfen?

Deine Strategien

Die vier Prüf-Fragen

  1. Klingt das logisch? Denk selbst nach. Passt die Antwort zu dem, was du im Unterricht gelernt hast? Kann die Zahl stimmen?
  2. Woher weiß die KI das? Du kannst nach Quellen fragen. Aber Vorsicht: Quellen können erfunden sein. Suche jede Quelle selbst und öffne sie.
  3. Was sagen andere? Vergleiche mit dem Schulbuch, einem Lexikon oder einer seriösen Internetseite. Nimm mindestens zwei Quellen. Oder frage deine Lehrkraft.
  4. Was ist meine Leistung? Erkläre es mit deinen eigenen Worten. Wenn du es nicht erklären kannst, hast du es noch nicht verstanden.

Gute Fragen stellen

Wie du fragst, entscheidet, was du lernst. Nutze die KI als Lernhilfe, nicht als Abschreibmaschine. Und: Gib keine persönlichen Daten ein.

Schlecht

„Schreib mein Referat über Vulkane.“

Du lernst nichts, und das Referat ist nicht deine Leistung.

Besser

„Ich halte ein Referat über Vulkane in der SEK I. Stelle mir fünf Fragen, damit ich merke, was ich noch nicht weiß.“

Du lernst, und du entscheidest selbst.

Schlecht

„Löse Aufgabe 5.“

Du bekommst ein Ergebnis, aber keinen Rechenweg in deinem Kopf.

Besser

„Ich verstehe Aufgabe 5 nicht. Gib mir nur einen Tipp für den ersten Schritt.“

Du rechnest selbst weiter.

Drei Tipps: 1. Sag genau, was du willst. 2. Nenne den Zusammenhang (Klasse, Thema). 3. Bitte um Erklärungen und Tipps statt fertiger Ergebnisse.

Aufgabe: Die KI-Ampel

Rot heißt: lieber nicht. Gelb heißt: nur mit Vorsicht, wenn es erlaubt ist. Grün heißt: gute Nutzung. Welche Farbe hat die Situation? Denk daran: Für die Schule gilt immer, dass nur zugelassene KI genutzt wird.

Aufgabe: Was darf in den Chat?

Entscheide, ob du das in einen Chat mit einer (zugelassenen) KI eingeben darfst.

Diese Regeln gelten

1. Nur zugelassene KI

Nutze für die Schule nur KI-Angebote, die unsere Schule zugelassen hat. Deine Lehrkraft sagt dir, welche das sind.

2. Erst fragen

Frage vorher: Darf ich KI für diese Aufgabe nutzen? Und wie? Bei jeder Aufgabe kann die Antwort anders sein.

3. Daten bleiben draußen

Gib niemals Namen, Adressen, Fotos, Passwörter oder Geheimnisse ein, weder von dir noch von anderen.

4. Ehrlich bleiben

Sag, wenn du KI genutzt hast. Zum Beispiel: „Ich habe die KI nach Ideen gefragt. Die Fakten habe ich im Schulbuch geprüft.“

5. Du bleibst verantwortlich

Was du abgibst, ist deine Verantwortung. Wenn die KI einen Fehler macht, ist es trotzdem dein Fehler, wenn du ihn abgibst.

6. Selbst denken

Lernen funktioniert nur, wenn du selbst nachdenkst und übst. KI kann dir helfen, aber nicht für dich lernen.

Teste dich

Zeige, was du gelernt hast. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Hier siehst du auch, wie viele Aufgaben du auf der ganzen Seite gelöst hast.

Abschlussquiz

Wähle die richtige Antwort.

Wörter erklärt